Sind Sie sich bei der Durchführung einer Linkprofil-Analyse noch nicht ganz sicher? Dieser Artikel richtet sich an Anfänger im Bereich der Linkanalyse, die Hilfe benötigen, um zu erlernen, was Sie zuerst bei eigenen oder anderen Domains betrachten sollten, um sie besser zu verstehen. Die analysierten Domains werden bewusst anonym gehalten, es besteht jedoch keine Geschäftsbeziehung zwischen dem Autor und den Domains. Als Markenbotschafter von Majestic glaube ich, dass der Artikel Ihnen helfen wird, Ihr Verständnis von Linkanalysen und damit auch von Suchmaschinen-Positionierung zu verbessern, indem Sie Majestic verwenden.

1. Backlink-Aufschlüsselung

Der erste zu berücksichtigende Aspekt ist der Status Quo Ihres Backlinkprofils, d.h. wie werden die eingehenden Links zu Ihrem Profil klassifiziert und aufgeteilt?

Das Bild zeigt, wie viele Prozent der eingehenden oder gefundenen Links tatsächlich noch existieren und wie sich ein Backlinkprofil aufteilen lässt. Dies muss bei der Interpretation Ihres Linkprofils berücksichtigt werden. Offensichtlich ist ein hoher Anteil an “Live”-Links oder mehr eingehenden Links im Allgemeinen positiver, da dies bedeutet, dass Websites mit Ihrer Website verlinken und Sie somit empfehlen (indem sie User in Ihre Richtung weisen). Ein großer Teil der gelöschten Links hingegen könnte mehrere Interpretationen zulassen. Zwei Beispiele dafür wären:

  • Mit der Domain werden derzeit eine Vielzahl von Links entfernt (evtl. wird das Linkprofil “aufgeräumt”).
  • Viele Links wurden entfernt, da sie möglicherweise nur aus automatisierten Projekten stammen.

Ohne beurteilen zu können, ob dies im Einzelfall gut oder schlecht ist, sollte das Profil in dem Wissen bewertet werden, dass ein gewisses Maß an Link-Volatilität natürlich ist. Wenn jedoch der Anteil der als “gelöscht” gekennzeichneten Links in Ihrer eigenen Domain sehr hoch ist, dann lohnt es sich wahrscheinlich, einen genaueren Blick darauf zu werfen.

Die zweite Überlegung bezieht sich auf das Verhältnis der analysierten Domain-Links von Unterseiten oder Startseiten. Da Homepages immer als die “wichtigste” und “stärkste” Seite einer Domain betrachtet werden, sind diese Links einerseits “begehrt”, aber bei Überschreitung eines bestimmten Betrages können sie auch unnatürlich erscheinen. Wenn sie unnatürlich erscheinen, dann schaden die Links eher Ihrem Backlink-Profil im Suchmaschinenranking.

Die Follow/Nofollow-Ansicht der Grafik zeigt den Anteil der Links, die die Link-Power weitergeben(Follow). Da seit 2005 auch die Möglichkeit besteht, dass externe Links keine Link-Power weitergeben, ist der Anteil dieser Verteilung relevant – insbesondere im Wettbewerbsvergleich. Daher sollte diese Gliederung zusammen mit anderen in die Gesamtansicht des Profils einbezogen werden (z.B. zusammen mit “live”, “direkt” etc.).

Die fünfte Ansicht der Grafik zeigt, ob die eingehenden Links dieser Domäne auf das HTTP- bzw. HTTPS-Protokoll übergehen. Da der Anteil der Domains, die auf das HTTPS-Protokoll umgestellt haben, vor allem im Jahr 2017 massiv zugenommen hat, ist diese Ansicht derzeit recht interessant, wird aber mit der Zeit wahrscheinlich redundanter. Im obigen Beispiel scheint die Domäne schon seit geraumer Zeit auf HTTPS umgestellt zu sein. Aber im unteren Bild ist ein schöner Split zu sehen. Im Allgemeinen bedeutet dies, dass der gewonnene Link-Juice aufgeteilt wird und dass – je nach Art der Protokollierung – eine beträchtliche Anzahl von Links auf umgeleitete/kanonisierte URLs verweisen kann:

2. Linktyp-Analyse

Einer der Klassiker, der regelmäßig und natürlich bei der Analyse Ihres Backlinks betrachtet werden sollte, ist die Art der Backlinks, die auf Ihre Seite kommen. Die vier gebräuchlichsten Typen sind Textlinks, Bildlinks, Umleitungen oder Frames.

Bestimmte Arten von Linktyp-Verhältnissen gelten als “normal” und beziehen sich in der Regel auf die Branche, in der sich Ihre Domain befindet. Aber alle Linktypen sollten in einem Wettbewerbsvergleich analysiert werden. Generell liegt der Anteil der Textlinks in der Regel zwischen 70 und 90 Prozent. Im obigen Bild fällt daher auf, dass das Linkprofil einen extrem hohen Anteil an Bildlinks aufweist. Es wird bewusst nicht bewertet, ob dies nachteilig oder unnatürlich ist; es geht lediglich darum, sich der Analyse bewusst zu sein. Einfache Gründe für einen erhöhten Anteil an Bildlinks können z.B. Sponsoring-Aktivitäten sein, bei denen Bilder hauptsächlich als Links verwendet werden.

3. Ankertexte

Natürlich sollte eine Linkanalyse auch einen Blick auf die Ankertexte enthalten, mit denen die analysierte Domain verknüpft ist. Klassisch werden im SEO vier Varianten unterschieden, die im Folgenden anhand der Domain “example.de” einmal durchgespielt werden sollen:

  • Markenanker: “www.beispiel.de”, “beispiel.de”, “Example”.
  • Geldanker (auch “Hard-Linking” genannt): “Link-Text” (z. B.: “Produkt kaufen”)
  • Compound-Anker (Mischung aus Marke und Geld): “Link-Text aus Beispiel.com.”
  • Sonstiges: “hier, “dort”, “jetzt, “klick”.

Ziel dieser Unterteilung und Analyse ist es zu verstehen, ob eine Domain sehr aggressiv in Bezug auf ihre Verlinkungen optimiert wurde, ob sie mit vielen “harten” Ankern verknüpft ist oder ob sie eher “markenorientiert” ist.

Die obige Abbildung könnte daher wie folgt interpretiert werden:

Unter den Top 5 befinden sich drei Markentexte, was positiv ist. Es gibt auch einen Geldanker, der, wenn er nicht bekannt ist, markiert werden sollte.  Außerdem scheinen viele Links ohne definierten Ankertext zu existieren. Diese Hintergründe sollten ebenfalls analysiert werden, da man sie z.B. durch Rücksprache mit dem Domaininhaber neu optimieren und nach einem passenden Ankertext fragen kann, wenn die Qualität der Quelle gut ist (z.B. Trust Flow-Werte). Es könnten aber auch automatisierte Links sein, die von geringerer Qualität sind. An Position 10 sehen Sie einen “non-DE”-Ankertext. Wenn man davon ausgeht, dass es sich bei der analysierten Domain um eine DE-TLD handelt, erscheint das merkwürdig und sollte zu einer tieferen Analyse führen, da dies Ihrem Link-Profil schädigen könnte.

4. Sprachen der Linkquellen

Analysiert man beispielsweise eine deutschsprachige Domain, deren Geschäftsmodell sich auf den deutschen Markt beschränkt, kann man davon ausgehen, dass sich dies auch im Linkprofil widerspiegelt. Externe Verweise aus anderen Sprachen wären daher nicht selbstverständlich – was nicht bedeutet, dass sie wenig Schaden anrichten. Je nach strategischer Ausrichtung der Domain sollte daher die Verteilung der eingehenden Links hinsichtlich ihrer Herkunft überwacht werden. Wenn Sie sich andere Domains ansehen, weil Sie z.B. einen Link von der Domain haben wollen, sollten Sie in diesem Fall auch auf die Herkunft der Links achten.

Die folgende Abbildung zeigt ein Beispiel für eine Domain, die nur in Deutschland aktiv ist. Auffällig ist jedoch, dass etwa 35% der eingehenden Links aus englischsprachigen Domains stammen. Obwohl die Domain selbst nur einen geringen Anteil an englischsprachigen URLs hat, scheint der Anteil der eingehenden Nicht-DE-Links zu hoch zu sein, da 1,6% der Links auch aus anderen Sprachregionen stammen.

Natürlich können einige der englischsprachigen Links durch automatisierte Link-Generierung erstellt werden. Das passiert oft. Dennoch sollten Sie bei der regelmäßigen Überprüfung Ihrer eigenen Domain oder einer anderen Domain die Herkunft der eingehenden Links routinemäßig überprüfen.

Wenn Sie sich außerdem die Linkquellen der eingetragenen Domain ansehen und die Option “Geo” wählen, erhalten Sie neben der Information, woher die IP kommt, eine Übersicht über die Domainnamen und deren Sprachen. So können Sie sich schnell einen Überblick verschaffen, welche Seiten einsprachig, mehrsprachig oder – um bei unserem Beispiel zu bleiben – nicht deutschsprachig sind. Da die Daten exportiert werden können, kann die Übersicht einfach exportiert und weiterverarbeitet werden.

5. Backlink Historie

Eine andere Ansicht, die regelmäßig betrachtet werden sollte, ist die der historischen Entwicklung von Backlinks, wie z.B. die Anzahl der verweisenden Domains. In beiden Ansichten geht es im Wesentlichen darum, die Entwicklung zu beobachten, um einerseits extreme Veränderungen (Einbrüche und Anstiege) zu beobachten und andererseits das Verhältnis beider Prozesse zueinander zu bewerten.

Die folgende Abbildung zeigt ein stetiges Wachstum für beide Zählungen bis zum Dezember, das fast im Gleichschritt miteinander liegt. Bis zum 10. Dezember ist jedoch ein deutlicher Anstieg der verweisenden Domains zu beobachten, während die Anzahl der Backlinks – wenn auch auf einer anderen Skalierung – deutlich weniger stark reagiert. Um solche Entwicklungen zu erkennen und in die Analyse einzubeziehen, sind diese Übersichtsgrafiken nützlich und sollten daher regelmäßig betrachtet werden.

6. Verweise auf Domains mit der höchsten Anzahl an ausgehenden Links

Um einen Eindruck davon zu bekommen, wie stark Ihre eigenen Linkquellen extern verlinken, können Sie diese unter der Ansicht “verweisende Domains” innerhalb von Majestic filtern. Die Domain-Liste kann primär nach “Outbound External Links” sortiert werden. Für alle ausgehenden Links (intern und extern) könnte dann eine nachträgliche zusätzliche Sortierung eingestellt werden. Auf diese Weise erhalten Sie einen Überblick über die Domains, die exzessiv mit der Außenwelt verknüpft sind und können diese in Relation zum Gesamtranking setzen.

In der obigen Abbildung erscheinen viele Domänen aus qualitativer Sicht eher fragwürdig. Eine diesbezügliche Überwachung kann daher durchaus sinnvoll sein, um zu sehen, ob hier neue Domains hinzukommen, die “exzessiv” nach außen verweisen.

7. Zusammensetzung der Topical Trust Flow-Themen

Als abschließende Überlegung für die Linkanalyse ist die Zusammensetzung der Topical Trust Flow-Themen besonders im Wettbewerbsvergleich erwähnenswert. Unter der Annahme, dass ein Link-Profil im Finanzsektor anders zusammengesetzt ist als ein Link-Profil im Gesundheitssektor, sollten Sie auch die Quellen für Ihr Linkprofil, also das eigene Linkprofil im Vergleich zum Wettbewerb hinsichtlich seiner Zusammensetzung analysieren oder überwachen.

Für die Analyse der eigenen Domain bedeutet dies, zu verstehen, in welchem Thema Sie sich befinden und ob sich dies im Linkprofil widerspiegelt. Dieses sollte dann mit den Konkurrenten verglichen werden, um eventuelle Anomalien zu identifizieren; (im Idealfall möchten Sie, dass Ihre Domain Ihre Branche widerspiegelt). Die Domains aus der obigen Abbildung sind z.B. alle E-Commerce-Shops aus der gleichen Branche. Neben vielen thematischen Ähnlichkeiten mit unterschiedlicher Gewichtung gibt es einige “Ausreißer” wie z.B. “Sport”, in denen keine der untersuchten Domänen aktiv ist. Diese Links könnten dann detaillierter analysiert werden, da sie eine Geschäftsmöglichkeit darstellen könnten. D.h. vielleicht einen neuen Markt zu erreichen, wenn Websites in diesen Industrien mit Ihrer Website und Informationen verlinken, da es Interesse an diesen Themen geben könnte, die noch nicht weiterverfolgt werden, oder vielleicht weisen sie auf ein Risiko hin, da diese Links Ihr Linkprofil schädigen könnten, da sie ohne Bedeutung oder Beziehung zu Ihnen verlinken. Durch den Vergleich des Backlink-Profils Ihrer Wettbewerber kann dies auch auf potenzielle Märkte hinweisen, die noch nicht erschlossen sind.

Hoffentlich hilft Ihnen dieser Post einige der Grundlagen zu erklären, die Sie bei der Analyse Ihres Backlinkprofils und bei der Verwendung von Majestic beachten sollten.


Comments

  • Sonneninsel

    Hallo,
    ich habe einiger meiner Webseiten vor kurzem auf https umgestellt.
    Euer Training hat mir sehr geholfen einige Dinge besser zu verstehen und umzusetzen.

    Vielen Dank nochmal!!!

    Liebe Grüße
    Vorschau:
    Sonneninsel
    [EDIT: LINK REMOVED]

    April 17, 2018 at 5:55 pm

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